Badminton Tröbitz: Fulminanter Aufstieg in 2018 – Erste Deutsche Meisterschaft mit doppeltem Edelmetall abgeschlossen

Mit den abschließenden Erfolgen bei der Deutschen Badminton Jugend Meisterschaft ist Hannah Berge vom Badminton Verein Tröbitz an der Spitze der Jahresabschlussrangliste 2018 zu finden. Dabei hat die 14-Jährige seit Beginn des Jahres einen unglaublichen Aufstieg erlebt und den größten Leistungssprung in ihrer Altersklasse vollzogen. „Hannah hat eine enorme Entwicklung genommen, sie ist lernwillig und trainiert mit einem guten Fokus“ lobt der zuständige Trainer Thomas Riese.

Erstmals machte die Brandenburgerin bei den Norddeutschen Titelkämpfen zu Jahresbeginn als jahrgangsjüngere Spielerin mit einem 3.Platz auf sich aufmerksam. Danach folgten viele kleinere Turniere mit Finalteilnahmen bis im Sommer der Aufstieg aus dem scheinbaren Nichts begann. Siege auf der Norddeutschen Ebene, sogar in einer höheren Altersklasse ließen die Konkurrenten erstarren.

H. Berge

Mit dem Sprung auf die Bundesebene mussten die Trainer damit rechnen, dass aufgrund der sich überlagernden Erfolge auch Niederlagen und Motivationstiefs einstellen würden. Fehlanzeige – unaufhaltsam nahm Hannah Berge weiter Fahrt auf, setzte sich im TOP-Bereich fest.

Nicht unwesentlich dabei der Erwartungsdruck für junge Spieler. Zunächst honoriert der zuständige Bundestrainer beim 1. Deutschen Ranglistenturnier des Jahres die Leistung der Tröbitzerin mit einem Setzplatz, sie erfüllt nicht ganz die Hoffnungen und wird Sechste. Beim 2. Deutschen Ranglistenturnier spielte sie sich von den äußeren Erwartungen frei und bejubelte den 1. Platz. Wieder ein enorm großer Schritt nach vorn. Auf Grund dieser Entwicklungen musste es zur Neujustierung des Trainings- und Saisonplanes mit dem neu eingebauten Saisonhöhepunkt – Deutsche Meisterschaft – kommen.

Für jeden Spieler ist es ein Highlight bei einer Deutschen Meisterschaft dabei zu sein und sich mit den besten Badmintonspielern Deutschlands in einem KO-System zu messen. Hannah Berge hat in den Ranglistenturnieren gezeigt, dass es dabei bis aufs Podium gehen könnte. Niemand hat eine Zielvorgabe formuliert, auch sie nicht: “Bei der Deutschen Rangliste wollte ich zu viel und dann hat es in den entscheidenden Ballwechseln nicht so geklappt, wie ich das bei mir kenne. Meine erste Deutsche Meisterschaft wollte ich deshalb erst einmal genießen und von Spiel zu Spiel denken.“ Nicht so einfach für die zu der Zeit 13-Jährige, hat sie doch nunmehr einen Namen auf der Bundesebene und wird anerkennend und kritisch zugleich von der Konkurrenz beäugt.

Mit vollem Fokus auf die anstehenden Spiele und gewonnenem Selbstbewusstsein aus der Vergangenheit gelang auch das richtungsweisende Auftaktmatch (21:10, 21:10) in Runde zwei, denn als gesetzte Top-Spielerin muss man keine Erstrundenspiele absolvieren. Im Viertelfinale kam es zu einer Begegnung mit Cara Siebrecht (Talentteam Deutschland). Eine Altbekannte, so musste die Tröbitzerin der Mülheimerin beim 1. Ranglistenturnier nämlich Lehrgeld zahlen. Dem anfänglichen Anschein nach, schien abermals Lehrgeld zu zahlen sein. Doch nach verlorenem 1.Satz platze der Knoten und Hannah Berge drückte zunehmend ihr Spiel auf. Den Entscheidungssatz ließ sie sich nicht mehr nehmen und zog freudig in das Halbfinale ein. Ein ähnliches Bild dann in der Vorschlussrunde – Satz eins klar verloren, Satz zwei ausgeglichen und in der Endphase sogar überzeugend in Führung. Einige kleine Unachtsamkeiten und leichte Fehler schmolzen dann aber den Vorsprung gegen die spätere Deutsche Meisterin dahin. Bronze mit der Erkenntnis Luft nach oben zu haben.

In ihrer zweiten Disziplin, dem Mädchendoppel, gelang eine zweite Sensation. Im Vorfeld liebäugelte man zwar auch mit einem Sieg im Viertelfinale. Die Gesetzmäßigkeiten einer Deutschen Meisterschaft bestimmen allerdings häufig einen anderen Verlauf. In diesem Fall nicht. Mit ihrer Berliner Partnerin Neele Zimmermann konnte sie von Beginn an mit partnerschaftlicher Performance auftrumpfen. Clever und mit hoher Sicherheit stürmten beide in das Viertelfinale. Gegen die an Nummer 1 gesetzte TOP-Paarung lief dann am letzten Turniertag nicht mehr viel zusammen. Am Ende aber strahlte eine überglückliche Brandenburgerin mit zweit Bronzemedaillen.

Nicht ungeachtet blieben ihre starken Auftritte beim Deutschen Badminton Verband (DBV). Bundestrainer Jugend Matthias Hütten nahm schon während der Deutschen Meisterschaften die Gespräche auf, um zu signalisieren, dass der DBV die Brandenburgerin gerne fördern möchte. Unmittelbar danach erfolgte die Nominierung in das Nationalteam U16-U19 Deutschlands.

Thomas Riese